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Umbau Primus Periculum


nach 4000 km
und 4½ Jahren Erfahrung


Ich nenne es nicht "Fehlerbeseitigung", sondern lieber "Weiterentwicklung nach Erfahrungswerten", denn gefahren bin ich ja, also lag kein Fehler vor.

Das erste Desaster hatte ich bei ca. 400 km.
Das gute Stück hatte sich plötzlich höchst merkwürdig bei Kurvenfahrten verhalten. Nach provisorischer Untersuchung unterwegs, stellte ich fest, daß das Hinterteil wackelt. Also knickt das Rad in einer Rechtskurve nach rechts, und in einer Linkskurve nach links durch. Zu Hause angekommen, stellte ich das Rad auf den Kopf, und sah, daß die drei Schweißpunkte, die wir zur Fixierung der Schwingenlagerbuchse angebracht hatten, gebrochen waren. Rick angerufen, verabredet, und das ganze ursprüngliche Tretlagergehäuse längsseits aufgeflext und die Kerbe vollgeschweißt. So! Das hält. Wackelt aber immer noch. Die Schwingenlagerachse ist vergütet, die Schwingenlagerbuchse aber nicht. Ist wohl ausgeschlagen.
Idee: Schlauchverbindungsschraubelement auf Länge geplant, aufgebohrt, über die Achse geschoben, auseinandergekontert- und somit an der Planfläche der Buchse abgestützt.


Wackelt nicht mehr. Seitdem: 1x im Jahr ein bißchen Fett 'reingedrückt und bis jetzt noch nichts wieder passiert.




Mai 2003
Ich habe eine Lenkstange in der Garage liegen, die ich damals für ca. 200 DM gekauft hatte. Beim Zusammenbau stellten wir fest, daß die Lenkstange in Rechtskurven zu früh gegen den Rahmen schlägt, und wir daher in mühevoller Kleinarbeit eine Zugseillenkung realisierten. Funktioniert fantastisch. Aber hält sie auch?



Bilanz 2003: Ein gerissenes Seil, weil zu
stramm gespannt. Dadurch ist der
Druck des Seils auf die Umlenkrolle
zu groß, daß diese stehenbleibt
und das Seil durchscheuert.
Ein Seil gewechselt, weil einzelne
Kardeelen gerissen waren, wegen
schmutziger und daher hängen-
gebliebener Rolle.
5mal mußte ich noch vor der
Abfahrt eine stehengebliebene Rolle
auseinandernehmen, reinigen, und
neu fetten, damit sie das Seil nicht
durchscheuert.
Und 2x ist mir ein Seil von der
unteren Umlenkrolle abgelaufen
und klemmte zwischen Rolle und
Rollenhalter, was sicherlich auch
nicht gut fürs Seil ist.
Das heißt: Vor jeder Abfahrt muß ich kontrollieren, ob sich auch alle 4 Umlenkrollen bewegen und ob die Seile und die Seilspannung in Ordnung sind; ggf. sofort reparieren, denn wenn ein Seil reißt, ist die Fahrt auf der Stelle beendet.
Man kommt höchstens noch soviel weiter, wie einen die aus der gefahrenen Geschwindigkeit resultierende Masseträgheit weiterbefördert.
Kann weh tun.
Würde ich eine Stangenlenkung mit den gleichen, oder zumindest Fahr- und rangiertechnisch akzeptablen Lenkeigenschaften erhalten wollen, (Lenkwinkel von ca. 160 Grad ist nicht nötig) müßte ich die Stange biegen: Um eine Lenkübersetzung zu erhalten, um aus dem Pedaldrehkreis herauszukommen und damit sie nicht vorne gegen den Rahmen schlägt. Die, die ich in der Garage liegen habe, traute ich mich damals nicht zu biegen, weil sie ja vielleicht brechen könnte. Jetzt fahre ich mit Zugseillenkung.
Was würde ich verlieren, wenn die Stange, beim Versuch, sie zu biegen, bricht?
Also bog ich, und sie brach nicht. Ich paßte an und bog, daß es nur so eine Freude war.
Nachdem ich auch noch ein Spezialhebel für das Steuerkopfrohr mit Säge und Feile herstellte -


-und ich eine Bohrung am Lenkhebel auffeilte, hatte ich eine Stangenlenkung, die sich ebensogut fahren und rangieren ließ, wie die Zugseillenkung. Etwas zäher vielleicht, aber das liegt wohl eher an den Kugelköpfen, die erst mal noch "eingelenkt" werden müssen.
Sollte doch etwas mit der Stange passieren, kann ich die Seile ja wieder einhängen.
Nach 230 km, darunter eine Campingtour mit der Fahrradgruppe, war ich schon ausreichend überzeugt von der Stangenlenkung, daß ich mir gleich mal Gedanken machte, was mich sonst noch an dem Rad stört.

Da wären die Sitzhöhe, die nicht vorhandene Verkleidung, die unzuverlässige Accu – Beleuchtung und die Schutzbleche.
Bei der Verkleidung wurde ich dieses Jahr endlich fündig, aber bevor ich die anpasse, will ich erst mal die von mir ursprünglich angestrebte Sitzhöhe erreichen.
55 cm wollte ich, habe aber nicht an die Bauhöhe des Radius Spannsitzes gedacht, weil der ja schließlich eindrückt, wenn man sich raufsetzt. Somit sitze ich jetzt in 62 cm Höhe.
7 cm zu hoch.
Zwischendurch hatte ich auch mal die Gelegenheit bei einem HPV-Treffen ein Radius Peer Gynt probezufahren. Lenkeinschlag deutlich begrenzter, und ich sitze auch merklich etwas höher als bei meinem Rad. Aber besser als das Peer Gynt, heißt noch lange nicht, daß ich zufrieden bin. Höchstens, daß ich froh bin, damals kein Peer Gynt gekauft zu haben.


Primus - Periculum  (links)  Peer Gynt (rechts)

Um den Sitz jetzt tiefer zu bekommen, muß etwas weg – gesägt werden. Entweder Rahmenrohr oder unterer Sitzbügel. Der Sitz mußte dran glauben. Natürlich nur das Stück zwischen den beiden Befestigungslaschen. Zwei Aluwinkel angepaßt. Festgeschraubt an den Klemmblock, nach unten weisend und nach hinten angewinkelt, weil sonst der Lenker gegenschlägt, befestigte ich an diese – 7 cm tiefer – die Laschen vom Sitz, mit kleinen Distanzstückchen in der Winkligkeit gehalten, daß der Sitz bei senkrechter Belastung nicht die Aluwinkel in die Senkrechte drückt. Jetzt stießen die Lenkerenden an den unteren Bügel. Hab' dann noch einen flacheren Lenker eingebaut.


Der Bügel hinter der Rückenlehne stieß gegen das Querrohr. Querrohr abgesägt. Versucht, den Bügel an dem restlichen Senkrechtrohr mittels Sattelklemme zu befestigen, und erste Probefahrt gemacht.
Sitzhöhe perfekt. Kann jetzt auch richtig Stoff geben. Die Griffposition am Lenker ist, vom Gefühl her, die gleiche, wie vorher auch. Kommt mir vor, als sei nur das Tretlager etwas höher gekommen.
Die Kraftübertragung ist viel effektiver, jedoch ist der Sitz instabil, besonders zu den Seiten und die Lenkung reagiert etwas aggressiver, das ganze Rad reagiert etwas kippeliger, wenn ich was auf dem Gepäckträger habe. War vorher auch zu merken, aber jetzt um so deutlicher. Läßt sich nicht ändern, aber der Sitz muß hinten zu den Seiten hin stabilisiert werden.
Aluminium – Stangen oder -rohre waren mir zu weich, so daß ich beschloß, die Sitzstreben von einem Sperrmüllrahmen abzulängen, die Enden plattzukloppen und zurecht zu biegen. Bohren, anschrauben.


Noch mal Probefahrt. – Perfekt.
Untersucht: Die beiden Aluwinkel sind unten abgedrückt, ein bißchen nach außen gebogen.
Muß ich mir da Sorgen machen? Es ist genau die Belastungsrichtung. Wenn's bricht, muß ich mich entscheiden: Entweder ich sitz' drauf, oder ich kann lenken. Aber beides auf einmal geht nicht. Erst mal so lassen. Wenn's schlimmer wird, oder bricht, muß ich da eben doch Stahlwinkel nehmen.
Und ich drückte, wenn ich mal richtig kräftig getreten habe, mit der Wirbelsäule gegen den Rohrrest hinter dem Sitz. Auch noch weiter gekürzt.
Die Zähigkeit in der Stangenlenkung merkte ich auch schon gar nicht mehr. Entweder hab' ich mich dran gewöhnt, oder die Kugelköpfe sind "eingelenkt".

Und nun die Verkleidung.
GFK – Frontverkleidung für Zweirohr – Langliegeräder à la Peer Gynt, Dino, Fateba, Pichlerrad, Vanguard und Co. Nur fest bekommt man sie nicht. Zumindest nicht mit den mitgelieferten Befestigungselementen. Also, selber bauen. Ich hätte sie ganz gerne leicht abnehmbar.

So kam ich nach einiger Überlegung zu der Lösung, eine Kindersitzhalterung an das Steuerkopfrohr zu schrauben und eigens dafür einen Aluminiumwinkel mit zwei Aluminiumröhrchen dafür anzufertigen. Hat geklappt.


Für die hintere Abstützung nahm ich Rohrschellen mit aufgelöteter Mutter, an die ich ein Regalwinkel schraubte, an dem ich wiederum das, mit der Verkleidung mitgelieferte Aluminiumrohr schraubte. Auch das klappt, sieht nur nicht so originell aus. Alles mal provisorisch zusammengesetzt, und Probefahrt vor den Garagen. – Mist. Verschätzt. Muß hinten etwas höher. 3 cm. Mit zwei Stückchen Metergewinde und einem Sammelsurium an Muttern und U-Scheiben habe ich es dann hinbekommen, daß ich mit den Aerodynamischen Verhältnissen einigermaßen zufrieden war.


Nur richtig lenkbar ist das ganze noch nicht, weil das vordere Schutzblech zu früh gegen die Verkleidung schlägt. Mir gefielen die Schutzbleche, die ich dranhatte sowieso nicht. Es waren ja Bleche für 26" Räder, von denen ich das vordere zusammen- und das hintere auseinandergebogen habe. Das hatte zur Folge, daß das vordere Schutzblech zu lang, und das hintere zu kurz war. Hinten ist mir immer der Koffer vollgesaut, und vorne sieht es unästhetisch aus. Richtig wie "Technik pur". Also mußte ich mich erst mal auf die Suche nach Schutzblechen machen. Erstaunlicherweise wurde ich fündig. Einen Satz 20" Bleche aus verchromtem Stahlblech, 45 mm breit (für'n Roller, eigentlich), und ein Satz Edelstahlbleche mit der gleichen Form, den gleichen Maßen für 28" Räder.

Und dann ging's los: Feilen, was im Weg, bis der Lenkeinschlag korrekt. Tolle Form:


Aber jetzt stört nichts mehr. Ermittelt, wo der Scheinwerfer hinsoll, angebaut, festgestellt, daß ich noch mehr rausfeilen muß und anschließend die Form "egalisiert".


Vorläufige Endmontage. Die Scheibe mit dem mitgelieferten Kantenschutz versehen und fest- geschraubt. Jetzt ist das Kabel für den Scheinwerfer zu kurz. Auch noch neues Kabel verlegt. Die verbliebene Ausbuchtung in der Verkleidung vorne noch zulaminiert.
Dann die ganze Verkleidung wieder ab- und auseinandergebaut zum lackieren. Einen schönen Beigeton habe ich mir ausgesucht, denn immerhin ist das Rad ja das Vorzeigeobjekt und nicht die Verkleidung. Ist aber gar nicht so einfach, eine Fläche vorne – oben, gegen ein Rahmengeröhr – filigran und unten, verschwinden zu lassen.
Der Vorteil war aber, das grün war kräftig, glänzend und Metallic.
Das Beige brauchte daher nur matt zu sein, und harmonisch zum Grün passen.
Der zusammenbau am 14.12.2003 war einfach. Es war ja auch schon mal zusammengebaut. Jetzt kam nur noch der Kantenschutz mit ran. An dem Tag war es auch recht windig, so mit Sturmwarnung und so, da fahr ich einmal zur Probe um den Häuserblock ohne Handschuhe.
Laut Wetterrückblick waren es 7 Grad und Windstärke 5.
Windschatten? An den Händen und auf dem Kopf merkte ich unheimliche Turbulenzen. Das war aber nicht der Wind. Die Hände haben nicht gefroren, und wenn ich mal eine Hand vor die Stirn hielt, fühlte es sich an, als ob da jemand gegenpustet, ganz leicht. Das waren alles nur Verwirbelungen hinter der Verkleidung.

Soweit, als der Wind noch von vorne kam. An der nächsten Einmündung bog ich rechts ab, und bekam gleich eine volle Ladung Beauforts von links um die Ohren. Kein bischen Seitenwindempfindlich, nur an der linken Hand wurde es etwas kühler. Ich staune.


Und was mich noch mehr erstaunte ist, daß die Verkleidung, selbst bei Kopfsteinpflaster, überhaupt nicht zu hören ist. Dafür höre ich jetzt, wahrscheinlich durch die Reflexionen in der Verkleidung, die Kettengeräusche umso deutlicher.


Nach einigen kleinen Touren im Winter steht fest: Die Verkleidung schützt mich nicht vor Kälte, sondern nur vor der zusätzlichen Auskühlung durch Wind. Wenn ich mich dann erstmal Warm gefahren hab' fang' ich am Oberkörper schon an zu schwitzen, aber ab dem Hals aufwärts hat die Außentemperatur die Macht.
Bleibe ich stehen, fang ich gleich an zu frieren.
Von unten wird es während der Fahrt auch ein bischen kühl, und bei einer Fahrt über nasse Straße ist meine Hose auch ordentlich vollgesaut. Hab' dann noch 'nen Spritzschutz ans vordere Schutzblech befestigt, und nu' is' Ruhe.
Hoffentlich auch mit der Stangenlenkung, und der Sitzbefestigung.
Über die Accubeleuchtung versuchte ich mich zwischenzeitig auch mal klüger zu machen – ohne Erfolg. Ich werd' einfach bei Gelegenheit (Wetter, Lust) die ganze Verkabelung erneuern, und werde das Ergebnis dann wohl akzeptieren müssen.

Die Standart-Beleuchtung für Fahrräder funktioniert. Wenn man es besser haben will, bringt es viel Arbeit mit sich, und man muß teilweise Verschlechterungen hinnehmen. Besser geht es nur, wenn man aus dem bißchen Bewegung beim Radfahren mehr Leistung herausholt.
Nach der deutschen STVZO ist dies aber
auf 6 Volt, 3 Watt begrenzt, also nicht erlaubt.
Automobile haben 2x 12 Volt, 60 Watt Licht, aber von einem Radfahrer erwartet man wohl auch nicht, daß er Nachts bei Neumond im Winter über Land unterwegs ist.
Bin ich aber, - im gesetzlichen Blindflug.




Januar 2005

Keine Probleme mit dem Sitz. Und die Verkleidung schützt mich ganz gut vor Wind und Regen, wenn ich fahre. Auch im Sommer habe ich die Verkleidung kein einziges mal abgenommen, und durch die leichtere Bekleidung bessere Erkenntnisse über die Luft- und Windverhältnisse hinter der Verkleidung machen können. Die Arme werden wohl frieren müssen. Es sei denn, ich ziehe eine dickere Jacke an, bei der ich, wenn ich sie zumache, ordentlich ins schwitzen komme. Wenn ich direkt vor der "Scheibe" noch einen kleinen Windabweiser setzen könnte, bekomme ich den kalten Wind nicht mehr ins Gesicht, und könnte im nicht allzu kalten Winter einfach mit offener Jacke fahren, vorrausgesetzt es regnet nicht.

Ich habe auch schon eine 5-Tage Reise mit Zelt unternommen. Die Packmöglichkeiten sind auf die hinteren Taschen beschränkt, da vorne wegen der Verkleidung kein Gepäcktaschenhalter angebracht werden kann. Deshalb nur 5 Tage. Da brauch ich nicht so viele Klamotten mit. Die Iso Matte befestigte ich mit zwei Gummizügen an die hintere Verkleidungshalterung.

Die Wasserflasche konnte ich auch noch aus den Taschen auslagern, weil der Gepäckträger am Primus Periculum so riesengroß ist, da er ja eigentlich auch zur Aufnahme eines Kindersitzes geeignet ist. Auch trotz des hohen Gesamtgewichtes
(28 kg das Rad, 4 kg die Verkleidung mit Halterungen, und 22 kg Gepäck = 54 kg) fuhr sich das Rad ungeheuer bequem. Bei ca. Windstärke 6 von vorn noch 15 – 17 km/h ist doch nicht schlecht.
Kleines Kettenblatt für Deich rauf, großes für Deich runter und das mittlere für den Deich längs, ist es das ideale Schleswig Holstein Rad. Am Deich habe ich alle anderen Radfahrer überholt. Mich überholte keiner.


Aber mir fiel doch auf, und das nicht nur auf dieser Reise, daß die Verkleidung und die Lenkstange sehr viel den Stößen und Vibrationen des Vorderrades ausgesetzt sind. Und ich hatte auch mal einen Reifendurchschlag auf die Felge (in Fachkreisen "Snake bite" genannt) als ich mit beiden Rädern über eine Kante fuhr und das Hinterrad unbeschädigt blieb. Da habe ich auch 5 bar drin. Vorne nur 3 weil es sonst zu hart wird.
Also ist es für die Kugelgelenke der Lenkstange und für die Verkleidung besser, je weniger Luft ich vorne drinhabe, für den Reifen und den Schlauch, je mehr Luft. Diese Gegensätze werden sich wohl aufheben, wenn ich eine Federgabel einsetze. Reifen auf 5 bar und der Rest gefedert.
Dabei setze ich weniger auf den Fahrkomfort, der ohnehin schon nahezu perfekt ist, sondern mehr auf die Materialschonung.
Und der Lenkhebel ist schon mal verdreht. Da hat die kleine Nase das Gewinde kaputtgemacht. Muß also Verdrehsicherer zusammengesetzt sein. Wird bei der neuen Gabel gleich mitbedacht.

Die neue Gabel ist eine Sync-Federgabel, womit auch die Kurzliegeräder Toxy der Marke Quantum ausgestattet werden. Habe mir auch noch ein paar weichere Federn dazugeholt, weil ja beim Langliegerad die Belastung des Vorderades nicht so hoch ist, wie beim Kurzlieger. Haben wir mal gewogen. Vorderrad auf eine Waage gestellt, ich mich raufgesetzt (auf's Rad) und 35 kg abgelesen.
Also sind es ungefähr 60 kg Belastung auf's Hinterrad.
Das Gabelschaftrohr brauchte ich etwas länger, da ja die Verdrehsicherung auch ein bißchen Platz in Anspruch nimmt. Als Überlänge gekauft und mit einem Spezialwerkzeug das Gewinde nachgeschnitten. Ein 1" -24 Gang Gewinde.
Eine Ringschraube – riesengroß, besorgt, die ich dann an den Lenkhebel schrauben, und mit einer Gewindebohrung im Auge eine Schraube durch das Gabelschaftrohr drehen wollte. Ich hoffe, die folgenden Bilder sprechen für sich:




Den Lenkungsdämpfer mußte ich ja auch noch mitbedenken. In dem Gabelkopf ist nämlich keine Bohrung dafür. Der Innendurchmesser des Gabelschaftrohres verjüngt sich nach unten
auf 22 mm. Das ist der gleiche Innendurchmesser, wie ihn auch die Lenker haben.
Dafür nahm ich eine Klemmung von einem Lenkerend – Hörnchen. Das Innenstück ersetzte ich durch ein etwas längeres und schnippelte ein Gewinde rein.




Ab in die Garage.

Den Lenkungsdämpfer montieren verlief absolut problemlos.


Am Lenkhebel und am Gabelschaftrohr mußte ich doch noch etwas feilen und basteln, bis es alles passte.





Mußte noch eine neue Hydraulikleitung für die Vorderradbremse verlegen, und die Bremsen kommen gegen die Verkleidung, weil die Federgabel ja etwas breiter ist, als die BMX Gabel.
Dann noch mit speziellen Schellen das Schutzblech befestigt. Die alten Streben waren etwas zu lang, daß ich sie etwas zurechtgebogen hatte. Bei meinem Reiserad, waren nach Umbau des Rahmens die hinteren Streben auch etwas zu lang, daß ich dort einfach einen kleinen "Umweg" reingebogen habe. Ist jetzt steifer, stabiler. Also nichts dagegen einzuwenden.



Mai 2005:

Ich habe vor, im August dieses Jahr eine 3- wöchige Reise durch Dänemark und Schweden mit dem Liegerad zu machen, da stellte ich fest, daß der Sitz nach hinten gerutscht, und eine Befestigungsschraube ganz locker ist. Und ich hatte Angst, der Sitz würde durch mein Gewicht zu stark nach unten gedrückt. Er ist aber, als Gegenlager zur Tretkraft, nach hinten gewandert. Die beiden Stangen an der Sitzlehne haben die Schrauben an der Schelle einfach umgebogen. Ich habe dann die
beiden Aluwinkel durch zwei Flachstahlstücke ersetzt, die Ursprünglich für die Befestigung der Sitzlehne gedacht war. Stahl hält mehr aus als Alu.
Auch diese Flachstähle drückten sich nach außen. Bei den künftigen Fahrten werde ich die beiden Aluwinkel auf jeden Fall mitnehmen.


Auch merkte ich mit der Zeit, daß ich auf dem Sitz im Laufe der Fahrt immer weiter nach vorne rutschte. Ich habe den Sitz dann ca. 2 cm weiter nach vorne geschoben. Dadurch neigte sich die Lehne etwas weiter, daß ich die Schelle für die beiden Stangen der Sitzlehne weiter unten befestigte.

Radhaus Høki hatte neue Vorderräder mit SON Nabendynamo und 40er Reifen. Eines davon baute ich ins Primus Periculum, woraufhin ich die ganze Verkabelung erneuerte, und die Accus rausschmiss. Durch die Verkleidung sehe ich nicht, ob ich mit, oder ohne Licht fahre. Durch die hochwertige Lichtmaschine merke ich es auch nicht, daß es zur Folge hatte, daß ich eine Tour mal
Über 40 km bei strahlendem Sonnenschein mit Licht gefahren bin. Und das mit traumhaften Geschwindigkeiten für ein 33 kg Fahrrad.
Insofern man zu der Konstruktion noch Fahrrad sagen kann. Es kommt mir bald vor, als würde ich der Bequemlichkeit eines Autos immer näher kommen.
Auch noch ein 40er Reifen fürs Hinterrad, weil der bisherige 32er auch allmählich seinen Ruhestand verdient hat. Nach über 6000 km ist das auch in Ordnung.
Und für die anstehende Reise noch eine neue Kette:
Es sind 2 1/3 Standard-Kettenlängen.
Nach 6140 km ist die Verschleißgrenze noch nicht ganz erreicht. An meinem Reiserad wechselte ich die Kette nach der Verschleißlehre ca alle 2000 – 2500 km.
Am Primus periculum fahre ich immer noch die erste Kette. Dann kommt das auch hin.
2500 km mal 2,33 ist gleich 5825 km.

Am Reiserad fahre ich jetzt eine Edelstahlkette von Connex Wippermann, und bin mit dieser Kette bereits fast 4000 km gefahren durch Ostfriesland, die Österreichischen Alpen, Holland und den Belgischen Ardennen. Salzige Meeresluft und hohe Belastungen.
Also: Edelstahlketten fürs Primus periculum.
Bedeutet: ca. 10000 km Haltbarkeit. Ohne Rost.
Es tut sich was in der Fahrradbranche.

Schweden soll, laut Aussage von anderen Radreisenden recht hügelig sein. Bei der Kettenblattgarnitur, die ich 'draufhabe nutze ich das 52er kaum und das 30er reicht für Schleswig Holstein. Wenn ich Schweden mit England vergleichen kann, brauch ich noch ein kleineres Blatt für Hügel hoch.
Fahre ich aber Deich längs mit 8 Bft. von hinten (von der Seite kann der Wind am Deich nicht kommen) dann komm ich da mit dem 42er Blatt nicht hinterher. Also ein bischen größer muß es schon sein. Habe eine Garnitur 48/36/26 bestellt. Damit habe ich zwei Untersetzungen. Noch kleiner als bei meinem bisherigen Reiserad, aber ich habe mit dem Langlieger ja auch ein paar Kilo mehr hochzukurbeln.


Am Wochenende 16./17. Juli 2005 war mal wieder ein bischen Kopfzerbrechen angesagt. Weil ich ja nur zwei große Packtaschen mitnehmen kann. Bei der 5-Tage Reise waren die schon bis kurz vorm platzen gepackt. Jetzt will ich drei Wochen unterwegs sein. Ich habe auch keine Lust jeden dritten Tag Wäsche zu waschen. Daher will ich den Schlafsack auslagern. So wie die Isomatte will ich ihn auch unter die Verkleidung klemmen. Ganz vorne, etwas über dem "Fuß-Drehkreis". Aber wie? Mein Erfindungsgeist riet mir einen Gepäckträger zurechtzubiegen, den ich an die Verkleidungshalterungen befestige, an den ich die Isomatte mit Gummizügen fixiere.


Der Schlafsack kommt an die hintere Halterung, so wie bei der letzten Kurzreise die Isomatte, weil da mehr Platz ist, und ich den Schlafsack dort noch nicht einmal komprimieren brauche.
Am Wochenende darauf praktizierte ich die Theorie:


Da die Verkleidung mit der Zeit anfing immer mehr zu klappern, und ich feststellte, daß die beiden Stifte in der Halterung vorne immer weiter ausgeschlagen sind, durch die Vibrationen, bohrte ich die Löcher in dem Aluwinkel auf und steckte einfach zwei Schrauben durch. Jetzt ist die Verkleidung wieder überhaupt nicht mehr zu hören. Wie auf dem letzten Bild zu sehen fuhr ich mit dem Gefährt einmal um den Block. Ich merkte überhaupt keine Beeinträchtigung der Fahreigenschaften.
Wahrscheinlich liegt es daran, daß der Schlafsack und die Isomatte kaum etwas wiegen, wogegen das Rad, jetzt auch noch mit Federgabel und Nabendynamo etwas an Gewicht zugenommen hat.

Die Verbiegung der beiden Flachstähle, mit denen der Sitz befestigt ist hat schon beängstige Ausmaße angenommen, daß ich doch lieber wieder die Aluwinkel nahm, ein bischen weiter nach hinten schwenkte und eine lange Schraube durchsteckte, die ich mit drei Muttern fest an die Laschen fixierte.


Von der Reise zurück war ich (fast) absolut begeistert von dem Rad. Aber für eine Reise brauche ich vier Packtaschen, mit ein wenig Platz, und nicht zwei prall gefüllte. Dadurch konnte ich keine Ordnung halten, und war nach einer Campingübernachtung immer den halben Vormittag am packen. Ständig die gleichen Windverhältnisse hinter der Verkleidung lassen die Fahrt schon fast ein wenig langweilig werden, da ich von dem Rad überhaupt keine körperlichen Schäden davon trage, wie z.b. Sitzbeschwerden, Nackenschmerzen oder Muskelkater in den Armen.
Nur: Das Rad ist schwer und hat einen tiefen Schwerpunkt. Wenn ich anhalte wird es zum Balanceakt, das Teil nicht umkippen zu lassen. In Niebüll ist's mir einmal umgefallen, wo sich der Lichtschalter im Sitz verabschiedet hat. Habe einfach die Kontakte gebrückt und bin die ganze Reise mit Licht gefahren.
Mit Ausnahme von zwei gerissenen Speichen hat sich das Primus periculum bestens bewährt. Noch gemütlicher geht’s nur noch mit einem Automobil, welches aber im Preis/Leistungsverhältniss mit Abstand schlechter ist.
Die zweite Speiche ist mir auch nur gerissen, weil ich die erste nicht erneuerte. Nun mußte ich aber.
Wir hatten ja mal die Belastung des Vorderrades gewogen und 35 kg ermittelt. Das heißt:
Hinterrad = 60 kg, und jetzt kommt das Gepäck dazu : Isomatte + Schlafsack (ca. 1 kg aufs Vorderrad) und die hinteren Packtaschen (je 9 kg), meine Umhängetasche (4 kg) und die allzeit gefüllte Wasserflasche (2 kg), macht
Vorderrad = 36 kg
Hinterrad = 84 kg



Sollte ich also in Zukunft noch mal so eine Reise mit dem Primus periculum machen, wäre es vielleicht besser, ich speiche das Hinterrad mit Speichen für Lastenräder ein.Für Reisen habe ich mir aber ein anderes Liegerad bestellt, an dem ich auch 4 Packtaschen anbringen kann. Somit bleibt dieses Rad für die langen Strecken innerhalb Norddeutschlands, wie z.b. auch die Wochenend Campingtouren vorbehalten. Und dafür hat es sich auch bewährt.An einem Tag nach Husum von Elmshorn = 130 km, mit einer Schnittgeschwindigkeit von 20,5 km/h und am Abend überhaupt nicht merken, daß man Radgefahren ist, nonstop über 50 km fahren, das sind Eigenschaften, die man auf einem Diamantrahmenrad sitzend nur nach langer Eingewöhnung schafft. Das merkt man dann aber.
Daß ich mit dem Gewicht nicht ganz so einfach die Hügel hochkam, versteht sich wohl von selbst, aber einen indirekt gelenkten Langlieger zu schieben ist nicht nur schwierig, sondern auch sehr kompliziert,denn die linke Hand muß in gebeugter Haltung den Lenker halten und dann hat man nur noch die rechte Hand zur Verfügung, um damit, am Sitz greifend, in gebeugter Haltung, 57 kg eine 12% Steigung hinaufzuschieben.Ein Glück, daß ich in England, Schottland, Belgien und den Österreichischen Alpen schon viel Erfahrung im Bergauffahren mit Vollbepackten Reiserädern habe, die ich auch bei dieser Reise gut anwenden konnte (und musste). 10% konnte ich noch fahren, mehr hatte ich nur einmal in Schweden. 10 - 20 Meter gefahren, Bremsen angezogen und verschnauft. Und die nächsten10 - 20 Meter...- hatte ja Urlaub.1171 km bin ich auf dieser Reise gefahren. 2 Wochen und einen Tag. Bei meinen bisherigen Reisen mit dem Diamantrahmenrad ergab sich ein Mittelmaß von 450 km pro Woche, und nur am ersten Reisetag eine Strecke von über 100 km, sonst 70-100.Auf dieser Reise bin ich 4 Tage über 100 km gefahren, und 6 Tage unter 70.Dabei dann auch endgültig festgestellt, daß das Rad wegen begrenzter Packmöglichkeiten nur für Kurz- und wochenendreisen und für laaaange Strecken ist, weil ich fahren kann, bis sich ein Nährstoffmangel bei mir bemerkbar macht, ohne körperliche Beeinträchtigungen. Ein rundum gelungenes Gefährt zum vorankommen.

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