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Das ist mein altes:

In etwas anderer Form, Südengland, und in dieser
Form: Schleswig Holstein,
nördliches Niedersachsen, die Weser entlang, Schottland, eine Reise über die
Norddeutschen Weihnachtsmärkte, Ostfriesland, Österreichische Alpen und die
Beneluxländer hängen einfach zu viele Erinnerungen daran, dass es mir schon fast
wehtut dieses Rad als "es war einmal" abzutun.
Jedoch hat mich mein selbstgebautes Langliegerad seit 1998 so sehr verwöhnt,
dass ich mit der Zeit immer weniger Lust verspürte, meinen Kopf in den Nacken zu
legen um nach vorne gucken zu können.
Außerdem drückt der Sattel immer mehr, dass ich in den letzten paar Jahren des
öfteren den Sattel wechselte, ohne Verbesserung.
Ich hatte vor, die langen Strecken, die ich fahre, auf mein Reiserad und dem
Langlieger zu verteilen.
Mit der Zeit fuhr ich aber immer mehr meinen Langlieger - und mein Reiserad
nutzte ich nur zum Reisen, und für Touren mit Bahntransport oder Elbfähre, weil
sich dafür der Langlieger als zu sperrig und unhandlich erweist. Am Schluss
blieben nur noch die Reisen übrig, weil ich am Langlieger nur zwei Packtaschen
anbringen kann, an meinem Reiserad vier.
Ist das der einzige Grund?
Der Langlieger hatte noch eine Verkleidung bekommen, unter die ich einen
weiteren Gepäckträger baute. So konnte ich ein paar große, leichte Teile aus den
Packtaschen auslagern, und machte 2004 eine kleine Probereise. Ein bisschen
weiterbasteln und 2005 eine große Reise mit dem Langlieger.
Es geht doch. Reisen mit dem Liegerad sind doch besser. Aber es bleibt die
Tatsache, dass Bahntransport und Kleinfähren mit einem Langlieger zur
Katastrophe ausarten würden.

Die Liegeräder der Marke Toxy empfand ich schon
immer als die gutmütigsten zu fahrenden Kurzliegeräder, und im laufe der
Zeit/Entwicklung harmonierten die zusammengestellten Komponenten der Toxy
Liegeräder immer besser, dass ich mich als eingefleischter
Langliegeradenthusiast tatsächlich dazu entschloss, nachdem der Hersteller einen
Low Rider erfand, der nicht mehr den Lenkeinschlag beeinflusst, ein Toxy LT als
künftiges Reiserad anzuschaffen.
Zu der Zeit (2005) wurden die Toxies in den Varianten CL, LT, TT und ZR gebaut.
Das Toxy ZR ist ein Tief-Liegerad und ausschließlich den
Geschwindigkeitsenthusiasten vorbehalten.
Nix für mich.
Das CL (Classic) ist das Klassische, wie der Name schon sagt. Es hat noch die
Kurzlieger - Eigenschaften, die ich nicht leiden kann: Die Tretlagerüberhöhung
ist mir zu hoch und ich sitze zu hoch. Erstaunlicherweise fuhr es sich aber sehr
einfach und gutmütig und nicht so nervös und wackelig, wie die meisten anderen
Kurzlieger, die ich bisher ausprobierte.
Als der Hersteller dann bei einem Liegeradtreffen über Pfingsten 2002 mit zwei
neu erfundenen LTs ankam, und ich auch mal Probe gefahren bin, habe ich mich
gleich darin verliebt. Das Rahmenrohr beschreibt hinter dem Vorderrad eine
engere Kurve nach unten, und vor dem Sitz ragt es fast gerade nach vorn. Auf dem
LT sitze ich daher etwas tiefer, als auf dem CL und ich habe das Gefühl, auch
nicht so weit schräg' nach oben zu treten. Die Fahreigenschaften waren genauso
gutmütig wie beim CL. Aber ich war mit meinem Langlieger da, und der ist besser,
Punkt.
Irgendwann, ich weiß nicht mehr wann, war ich mal wieder beim Radhaus Høki, wo
ich dazu genötigt wurde, ein neues Rad Probe fahren zu müssen. Ich sitze noch
tiefer als beim LT, trete aber wieder unangenehm schräg' nach oben. Losfahren.
Erstaunlich langes Nachlaufverhalten. Das Rad wird nicht in eine Kurve gelenkt,
sondern geschwenkt, so fühlt es sich an. Traumhaft zu fahren, wenn da das "nach
oben treten" nicht wäre. Der Grund dafür ist eine andere Hinterbauschwinge mit
einem anderen
Federelement als beim LT. Die Rahmenform jedoch, ist die gleiche. Das heißt: Die
hintere Absenkung des Rahmens bewirkt durch das Vorderrad als Drehpunkt eine
tiefere Sitzposition, eine größere Tretlagerhöhe und ein längeres
Nachlaufverhalten.
Toxy TT sollte das Rad heißen. Es ist auch nicht der gleiche Rahmen wie beim LT.
Es ist ein anderes Material. Leichter und teurer. Daher ist es auch
ausschließlich mit den besten edelsten Komponenten ausgestattet, was den höheren
Preis rechtfertigt.
Statt das ganze Jahr über immer nur mit einem bequemen Liegerad zu fahren und
nur einmal im Jahr für drei Wochen Urlaub mich auf einem Sattel rumzuquälen,
beschloss ich für Reisen mir doch ein Kurzliegerad anzuschaffen, weil ich mit
dem Toxy LT ja ein Rad gefunden habe, bei dem mir das "schräg' nach oben treten"
nicht so auffällt.
Andere Kriterien: Vordere Packtaschen werden beim CL und beim LT an Standard Low
Rider Typen befestigt, wo dann der Lenker gegen schlägt. Diese Eigenschaft habe
ich auch schon bei anderen Kurzliegern beobachtet.

Beim TT wird’s wegen der tieferen Sitzposition
sowieso ein bisschen eng.
Als der Hersteller dann mit dem Low Rider Typ II herauskam, hab' ich mir gleich
ein LT bestellt. Für den Low Rider hat er nur noch keinen Hersteller gefunden,
dass dieser noch nachgeliefert wird.

Natürlich Extrawünsche: Extra Lenker, extra
Schalthebel, extra Bremsen, extra Farbe.
Kostet natürlich mehr, also: extra Preis. Ich komme mir schon allmählich richtig
wie ein Deutscher vor. Mecker, mecker, mecker. (Ich bin Deutscher, "räusper")
Am 9. Oktober 2005 bekam ich das LT dann frei Haus geliefert.
Schwarz glänzend mit einem Lenker vom ZR,

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Magura HS 33 Hydraulik Felgenbremsen, |
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und der Preis ist Privatsache.
Auf den Kalender gesehen, ist der 9. Oktober 2005
ein Sonntag. Hat aber schon seine Richtigkeit. Eigentlich könnte ich mich fast
als "Freund des Hauses" bezeichnen, weil ich auch schon des öfteren bei
Ausstellungen der Toxies mitgeholfen habe, und somit durch viele "Probefahrten
im Kreuzvergleich" die drei Varianten CL, LT und TT zur genüge kenne, und durch
mein herumturnen mit den Rädern künftige (eventuell-) Käufer neugierig machte.
Das könnte den Eindruck vermitteln, als sei ich für die Räder der Marke Toxy
voreingenommen. Bin ich vielleicht auch ein wenig, jedoch habe ich in der
Vergangenheit bei diversen Liegeradtreffen ein paar andere Kurzliegeräder fahren
dürfen und bei allen dieses ekelhafte, widerliche, abscheuliche Gefühl gehabt,
nach oben zu treten. Ich lernte auch jemanden kennen, der auch mal bei einer
Ausstellung der Toxies dabei war und von den Toxies nicht so begeistert war, wie
von der Streetmachine von HP Velotechnik:

Die sagt mir wiederum nicht zu.
Fünf Milliarden Menschen und keine zwei gleichen. Das nennt sich Welt.
Am 5. November 2005 fuhr ich mit dem LT eine
kleine Tour durch die Marsch, bei der ich mehr schraubte, als fuhr. Sitz- und
Tretlagerposition.
Den Sitz in der oberen Position: Tritt sich herrlich, aber der Boden ist weit
entfernt, wenn ich anhalte.
Den Sitz in der unteren Position: Lässt sich herrlich anhalten, aber ich trete
nach oben.
Den Sitz in der Mitte: Gut.

Den Federbügel am Gepäckträger konnte ich
überhaupt nicht gebrauchen, weil der Gepäckträger hinterm Sitz überhaupt keinen
Bügel hat. So drückt der Federbügel die Tasche zu weit nach vorne. Den
Federbügel habe ich abgebaut und statt dessen ein paar Gummizüge daran gefädelt.
Das gewohnte Schema von meinem alten Reiserad. Klappt, und bin ich gewöhnt.

Den Winter über fuhr ich dann doch lieber mit
meinem Langlieger, weil der ja eine Frontverkleidung hat, die mich vor
Auskühlung durch den Fahrtwind schützt.
Das perfekte Wetter ließ lange auf sich warten, aber Ende April 2006 war es dann
endlich soweit.
Am 1. Mai fuhr ich eine Tour nach Hörnerkirchen. Eine neue Strecke ausprobieren.
Schlechte Sandwege und Spurwege. Dabei ist mir aufgefallen, dass das LT eine
perfekt abgestimmte Federung hat. Selbst beim bremsen mit nur der vorderen
Bremse neigt sich das Rad kaum, und alle Bodenunebenheiten werden einfach glatt
gebügelt. Dabei kommt es mir noch nicht einmal so vor, als würde ich ein
gefedertes Rad fahren, sondern nur eine Asphaltstraße mit leichten Unebenheiten.
Von Hörnerkirchen aus fuhr ich weiter Richtung Barmstedt, aber nicht auf der
Hauptstraße, sondern ich habe sozusagen den Wald hinterfahren. Da kam mir
ordentlich Wind entgegen. Der bremste mich.
Das kenne ich mit dem Langlieger schon gar nicht mehr. Da kam auf einmal wieder
richtig Abenteuerlust auf, wie ich sie vielleicht 1995 das letzte mal hatte, als
ich meine erste Kurzreise fuhr, und daraufhin mit weiterentwickeltem Rad meine
erste Auslandsreise mit dem Fahrrad machte.
Also geht es jetzt los, das LT zu meinem Reiserad zu machen. Kritische Blicke
auf alle Feinheiten.
Als erstes klöterte die Trinkflasche gegen die Schraube der Sitzbefestigung. Der
Flaschenhalter ist mit der oberen Schraube direkt am Rahmen befestigt, und die
untere Schraube klemmt hinter dem Trinkflaschenhalter die Gepäckträgerstrebe ein
und steht somit weiter ab.
Eine Mutter als Distanzstück für die obere Schraube, und schon ist Ruhe.

Das Problem ist mittlerweile vom Hersteller gelöst.
Der Ständer ist der alte Standard für die alten
Toxies, mit dem ich schon mal eine schlechte Erfahrung machte. Das Rad schwingt
sehr lange nach, wenn man es einmal antickt.
Ich habe von meinem Langlieger noch den "geknickten" Hebie - Ständer, der für
den Langlieger ein wenig zu kurz war. Ganz hereingeschraubt ist er eigentlich
für 24" geeignet. Einfach rangeschraubt ohne Hoffnung.
Es kam anders: Passt perfekt, als würde der Ständer der Standard für das Rad
sein. Inzwischen ist er Standard.


Samstag, den 13.Mai 2006 fuhr ich nach
Hörnerkirchen, weil der Low Rider angekommen ist.
Er wurde dort auch gleich angebracht. Zur Einweihung habe ich natürlich auch
gleich eine Low Rider Tasche mitgebracht.
Die Trinkflaschenhalter waren etwas zu dicht über dem Low Rider, dass es zur
Fummelarbeit wird, die Taschen dort anzubringen.

Statt dem Angebot, ein weiter oben liegendes
Schraubloch für die Trinkflaschenhalter installiert zu bekommen, hatte ich mehr
den Adapter für eine 90° verdrehte Anbringung der Trinkflaschenhalter im Kopf,
die ich dann an dem Querrohr hinterm Sitz anbringe.
Ich habe noch nie 2 Trinkflaschenhalter benötigt. Also denke ich auch nur für
einen.
Der neue Low Rider hat auch unten eine etwas andere Form, als die bisher
konventionellen. Mit den einfachen seitlichen Einhakungen der neueren Taschen
auch kein Problem. Meine Low Rider Taschen sind jedoch von 1995 und haben unten
noch das alte Spann-Gummiband. Da kann ich nichts mit anfangen.
Im Internet auf den Seiten von Ortlieb kennt man das Problem, und es wird eine
Umrüstung der Spanngummis auf das "Quick Lock I" System angeboten.
Am 16. Mai 2006 gab ich die Taschen zum umrüsten ab.
Vom 22. Mai bis zum 9. Juni 2006 hatte ich Urlaub und wollte mit dem Toxy noch
mal eine kleine Probereise nach Friedrichskoog machen, damit ich im August
dieses Jahr bei meiner Reise durch Schweden keine bösen Überraschungen erlebe.
Also: Mit voller Bepackung eine Campingübernachtung. In der letzten Urlaubswoche
waren die Low Rider Taschen aber noch nicht da und so bekam ich die von Peter
ausgeliehen. Quietschgelb, und die Befestigung war auch nur recht dürftig. Hat
aber gehalten. An meine Taschen brauch ich dann auch noch die oberen Haken neu,
weil der Low Rider Typ II aus etwas dickerem Material besteht.
Mit dieser Beladung wird hauptsächlich das Hinterrad belastet.

Luftdruck vorne auf 5 bar, und hinten auf 5,5 bar
bei 40er Reifen. Das scheint gut zu sein.
Losgefahren: Fühlt sich hinten jetzt etwas weicher gefedert an, aber das
Fahrverhalten hat sich überhaupt nicht verändert. Dass ich mit vollem Gepäck
fahre merkte ich nur an der höheren Masse beim beschleunigen, bremsen und
bergauf.
In einer Kurve über Sand rutschte das Vorderrad ein Stück zur Seite, hat sich
aber wieder gefangen.
Beim Störsperrwerk wieder runter kam ich wegen hoher Geschwindigkeit mit dem
Vorderrad vom Radweg ab, mit nur der rechten Hand am Lenker. Ist aber nichts
passiert. Ich weiß nicht, wie ich diese
Situation genauer beschreiben könnte, aber ich würde sagen, entweder bin ich ein
Profi, oder das Rad ist perfekt.
Hinter Brunsbüttel machte das hintere Federelement ein paar Quietschgeräusche,
die aber wieder verschwanden.
Wenn ich stehen bleibe ist es praktischer, wenn ich den Ständer von der
sitzenden Position aus herunterklappen könnte, sonst wird das absteigen zum
hoffnungslosen Balanceakt. Ich kann genau, zwischen den Taschen durch, den
Ständer greifen, aber er geht zu schwer. Ich müsste ihn weiter hinten anfassen,
wofür ich mich weiter herunterbeugen muss. Dann rollt das Rad aber weg. Das tut
es nicht mehr, wenn ich in dem Moment, wo ich den Ständer mit der linken Hand
berühre, mit der rechten Hand den linken Bremshebel bediene. So klappt das
herunterklappen. Rauf nicht.
Sitze ich also auf dem Rad und stelle fest, den Ständer vergessen zu haben, muss
ich wieder absteigen.
Bei der Rückfahrt am 10. Juni hörte ich ein
leichtes Klacken, nach langer Analyse entdeckte ich, dass die beiden unteren
Sitzbefestigungsschrauben locker waren. Mit den oberen Schrauben hatte ich schon
mal Probleme, weil ich da eine übergedreht hatte. Die Gewindeeinsätze im Rahmen
sind aus einem zu weichen Material, daß der Hersteller in der Betriebsanleitung
einen Anzugsmoment von 5 - 5,5 Nm angegeben hat. Das hatte ich übertrieben, dass
ich das eigentlich nicht erwähnen wollte.
Die beiden unteren waren aber bis "kurz vor vergnaddeln" angezogen. Der Sitz hat
schließlich ständig mein ganzes Körpergewicht zu tragen und dazu kommt die
Wechselbelastung beim treten. Dafür sind vier M5 Schrauben mit 5 Nm Anzugskraft
in "Weichmetallgewinden" nicht ausreichend. Also auch noch aufbohren und einen
Schnellspanner durch.
Die Rückfahrt gestaltete sich zum Schluss doch recht schwierig, weil ich auch
beim Toxy LT schräg nach oben trete. Wenn ich mit meinem Langlieger fahre,
drossel' ich die Geschwindigkeit, und lasse mich treiben. Nur noch ein bisschen
Mittreten. Das ist dann Pause während der Fahrt. Beim Toxy geht das nicht.
Ständig die Beine schräg' nach oben zu bewegen belastet doch meine
Oberschenkelmuskulatur erheblich. Wenn ich eine Pause machen will, muss ich
absteigen und mich irgendwo anders hinsetzen, um meine Beine nicht weiter zu
belasten. Wenn ich von meinem
Langlieger absteige, fühle ich mich wohl, die Beine mal wieder belasten zu
können. Warum sollte ich mich hinsetzen? Ich sitz doch schon die ganze Fahrt
über. Also beim fahren auf einem Kurzlieger verbrauche ich mehr Energie, als
beim fahren auf meinem Langlieger. Nur wegen dem "Nach oben treten". Für eine
Reise mit dem Toxy muss ich mich also, wie schon damals mit meinem alten
Reiserad erst mal daran Gewöhnen, mit höherer Leistung lange Strecken zu fahren.
Nicht auszudenken, wenn ich mir einen anderen Kurzlieger gekauft hätte, der eine
noch größere Tretlagerüberhöhung hat.
Für diese 2 mal 80 km der Probereise bin ich ganz schön fertig, obwohl ich doch
viel gegessen und getrunken habe. Ich hatte Gegenwind (an beiden Tagen) und fuhr
eine Schnittgeschwindigkeit von unter 17 km/h. Mit meinem Langlieger fahre ich
einen schnelleren Schnitt, und bin nicht so kaputt, obwohl das Rad das doppelte
wiegt. Nun gut: Frontverkleidung. Die bringt mehr, als man denkt. Aber genau das
ist auf einer Reise hinderlich.

Am 14. Juni bekam ich die Low Rider Taschen
wieder zurück. Auch besorgte ich mir noch ein Kettenblatt mit 48 Zähnen, weil
ich mit dem Serienmäßigen 52er mit großem Ritzel, im ersten Nabengang nur mit
Mühe die Deichauffahrten hochkam. Im Ausland, auf Reise habe ich aber mit
längeren oder steileren Steigungen zu rechnen. Zu klein darf es aber auch nicht
werden, sonst wird der "Anfahrgang" zu leicht, bzw. die Dauergeschwindigkeiten
bei "normalen" Winden nur noch auf den kleinsten Ritzeln gefahren oder sogar
ständig der Nabengang gewechselt. Den ersten Nabengang möchte ich nur für Hoch,
den dritten nur für runter haben, während die normalen Fahrten überwiegend mit
dem zweiten Nabengang gefahren werden.
Am 30. Juni kam ich endlich mal dazu, die Low Rider Taschen anzupassen. Meine
Taschen sind doch auch von der Form her etwas anders, als Peters. Der untere
Haken, jetzt auf das Quick - Lock 1 System umgerüstet, passt so gerade eben auf
dem letzten Zentimeter. Und die Rohre sind 12 mm im Durchmesser, die Ortlieb
Haken sind für 16 mm (klappert) mit Reduzierungsstücken für 11 mm, und für 8 mm
Durchmesser. Ich steckte die 11 mm Einsätze hinein. Nun muss ich die Taschen mit
etwas Nachdruck einhängen.
Für "Ortlieb-Fans", die sich ein Toxy mit dem Low Rider Typ 2 zulegen wollen,
von mir der Ratschlag, die Taschen mit dem Quick - Lock 2 System zu wählen.
Am 1. Juli 2006 fuhr ich mit dem LT eine Gruppentour mit, bei der es auch über
Wald- und Wiesenwege ging. Teils sehr uneben und sandig. Also: Wie und ob man
durch weichen Sand fahren kann, hängt allein von der Reifenbreite ab, und nicht,
wie ich bisher dachte, dass man mit "Aufrecht-Fahrrädern" besser das
Gleichgewicht halten kann, und daher besser durchkommt. Peter und ich waren die
einzigen, die mit Liegerädern dabei waren. Peter hat auf seinem Toxy Classic die
"Dicken Dinger" 'drauf und kam besser durch den Sand, als ich. Von den anderen
hatten auch die Fahrer Schwierigkeiten, die schmalere Reifen 'draufhatten. Und
über die unebenen Strecken hoppelte das Toxy locker drüber hinweg, wie ein
perfektes Mountainbike. Sehr gut zu handhaben. Die einzige Gefahr besteht bei
solchen Holperstrecken, dass man mit den Füßen von den Pedalen abrutscht.
Klick-Pedale fahre ich grundsätzlich nicht, und nur Barfuss kann ich mich noch
an die Pedale festkrallen. Das ist aber nicht für jede Wetterlage geeignet.
Auch hängen die Low Rider Taschen sehr tief, dass ich auf Spurwegen immer die
Geräusche vom Mittelstreifenbewuchs hörte. Einmal hatte die eine Tasche, die ich
mithatte auch in einer Kurve aufgesetzt. Der Low Rider 2 hätte die obere Stange
etwas höher haben können, damit die Taschen auch unten mehr Luft haben.
Ansonsten hat sich das Toxy LT auf dieser Tour perfekt bewährt. Auch waren in
Kellinghusen einige deftige Steigungen, sogar über Kopfsteinpflaster, bei denen
ich zu den wenigen gehörte, die nicht schoben. Ich glaube, das 48er Kettenblatt
reicht.
Am 8. und 9. Juli 2006 noch eine Tour nach Hochdonn, und das Wochenende darauf
nach Krautsand, und noch mal 2 Wochenenden weiter nach Padenstedt mit vollem
Reisegepäck, ohne Probleme, bestätigten mir, dass ich mit dem Toxy im jetzigen
Zustand meine erste Reise wagen kann.
Auf dem Rückweg von Padenstedt ist Peter ein tolles Foto von mir gelungen, wie
ich mich sonst ja nie zu sehen bekomme:

Deutlich zu sehen:
Mein linker Fuß, der in dem Moment die Antriebskraft aufwenden muss, befindet
sich höher, als die Sitzfläche.
Auch kam der Hersteller bei dem Campingplatz in Padenstedt uns mal besuchen, wo
er sich selbst davon überzeugen konnte, dass die Taschen bei dem Low Rider Typ 2
zu tief hängen. Er sagte, dass er bei der nächsten Serie die obere Stange auch
etwas höher setzt. Kommt die nächste Serie raus, will ich auch gleich einen
haben, denn jeder cm weiter höher bringt nur Vorteile.
Na, ja.
Der Trinkflaschenhalter verrutscht dauernd, und das anbringen der Low Rider
Taschen ist ein bisschen fummelig.
Abhilfe vor der Reise: Trinkflaschenhalter weiter nach außen schieben und
ordentlich festknallen. Da ist das Rohr vom Sitz nämlich etwas flachgedrückt.
Dafür musste dann die hintere Packtasche etwas weiter hinten am Gepäckträger
hängen. Klappte aber.
Start der Reise am Sonntag, den 27. August 2006. Hatte ich doch tatsächlich auf
der Hinfahrt zur Fähre nach Travemünde einen Platten durch eine große
Glasscherbe. Habe ja zwei Ersatzschläuche mit. Dann ja nur noch einen. Ob ich in
Schweden einen Schlauch für 20-Zoller (40-406) mit Sclaverand - Ventil bekomme
möchte ich bezweifeln, und für Dunlop- oder Autoventil ist das Loch in der Felge
zu klein. Also wäre es besser, man hat eine Felge mit großem Loch, und nehme für
Sclaverand - Ventile einfach Ventilloch Adapter. Erhältlich in allen guten
Ventil-Fachgeschäften. Nach 105 km schräg nach oben treten kam ich dann beim
Schiff an, ohne weitere Zwischenfälle.
In Schweden ging es dann auch schon tüchtig zur Sache mit bergauf, bergab und
mit Camping in Dünenlandschaften. Das sind die Faktoren, die ich bislang
eigentlich noch nicht testete. Immer wenn es bergauf ging, schaltete ich zwar
immer bis zum kleinsten Gang (für die Techniker: KB : Ritzel x Nabenübersetzung
=48 : 32 x 0,73 = 1,095) aber es spielte keine Rolle, wie steil es war. Ich
konnte jede Steigung fahren. Selbst eine Kopfsteinpflasterstraße in Karlskrona,
die so steil war, dass ich schon an Trigonometrische Formeln dachte, als ich die
Hausmauer daneben sah. Es waren garantiert mehr als 20%.
Und 20% ist eine Steigung, die ich mit dem alten Reiserad gerade eben noch
fahren konnte, wenn es nur ein paar Meter sind. Und an dem Rad hatte ich eine
Übersetzung von 26 : 32 (=0,8125) aber ein 28" Rad. Daher eine größere
Entfaltung.
Mit dem Toxy LT kam ich auf eine Übersetzung von 1,095 und eine geringere
Entfaltung, wegen dem kleinen 20" Rad.
Die Entfaltung ist die zurückgelegte Strecke pro Kurbelumdrehung.
Die Leistung, die die Antriebsmaschine (Beim Fahrrad ist es der Mensch)
aufbringt, wird umgesetzt in Geschwindigkeit, gerechnet als km geteilt durch
Stunde.
Die Kilometer sind der Radumfang und die Zeit ist eine Konstante.
Somit lege ich bei einem 20" Rad bei gleicher Übersetzung pro
Tretkurbelumdrehung eine kürzere Strecke zurück, als beim 28" Rad.
Wenn ich aber mit einem 28" Rad bei gleicher Leistung, gleicher
Übersetzung mehr km pro Tretkurbelumdrehung zurücklege, wo bleibt dann
die aufgebrachte Leistung, für die fehlenden km bei dem 20" Rad?
Die Lösung: In der Kraft.
Nur so kann ich es mir erklären, warum ich trotz größerer Übersetzung es
Stampfenderweise trotzdem schaffte, so eine noch nie gefahrene Steigung zu
meistern, ohne absteigen zu müssen.
Das wird wohl auch der Grund sein, warum ich zwar bei jeder Steigung im
kleinsten Gang fuhr, jedoch es von der aufzubringenden Leistung ziemlich egal
war ob es eine 6, 8, 10, oder 12 - prozentige Steigung war. Die aufzubringenden
Kräfteunterschiede spielen bei einem kleineren Antriebsrad keine so gewichtige
Rolle, als bei einem großen Rad.
Daher ist ein kleines Antriebsrad an einem Reiserad eindeutig besser geeignet.
Ich erklärte dies nur so ausführlich, weil ich in meinem Bericht über den Bau
meines Langliegerades mich auch negativ über das kleine Hinterrad und der
größeren Übersetzung bei dem Radius Viper äußerte, wofür ich mich nach diesen
Erkenntnissen nur entschuldigen kann.
Trotzdem: Im heimischen Schleswig Holstein fahre ich mit meinem Langliegerad
höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten, als mit dem Toxy. Mit der Verkleidung ist
es ja selbstverständlich, aber auch die Jahre, bevor ich die Verkleidung hatte.
Das schreibe ich wiederum der höheren Masseträgheit und dem großen Hinterrad zu.
Der Langlieger fährt schneller, aber das Toxy kommt besser hoch.
Und zu dem Camping in den Dünen: Das Sram - Schaltwerk hat einen langen Käfig
für die Umlenkrollen, und wenn das 20" Rad erst mal ein bisschen im Sand
versinkt, brauche ich einen kleinen Gang, um da durchzukommen.
Und so sieht's aus bei kleinem Gang:

Dadurch bekommt die Kette des öfteren mal ein bisschen Sand ab,
der sich dann so richtig schön zwischen Kette und Ritzel / Kettenblätter
festsetzt und sein Mahlwerk beginnt.
Ein Schaltwerk mit kurzem Käfig wäre hier sehr von Vorteil, denn da ich vorne ja
nur ein Kettenblatt fahre reicht es auch. Nur hatte Sram keine Schaltwerke mit
kurzem Käfig, die mit den Attack Trigger Schalter kompatibel sind, und die
Shimano Schaltwerke sind's sowieso nicht. Mit diesen Schalthebeln habe ich aber
ganz tolle Erfahrungen gemacht und ich kann sogar, bei meinem Lenker, die
Ganganzeige der Schalthebel während der Fahrt sehen, was bei Liegerädern mit
Untenlenkung schon
eine Seltenheit ist.

Der Wald und die Bäume

Schwedische Züge sind Toxyfreundlich

Eine Steigung
Und zu guter letzt: Eine Low Rider Tasche hat ein
Loch durch Bodenberührung. Auf der Reise haben die Low Rider Taschen doch des
öfteren aufgesetzt. Wenn man sich bergab so richtig schön treiben lässt, macht
man sich eben keine Gedanken darüber bei der nächsten Kurve, oder wenn man eine
Grundstücksauffahrt herauf fährt. Meine Ortliebs sind, wie ich schon erwähnte,
von 1995 und in dunkelgrün.
Mit dem schwarzen Toxy, dem Tourenlenker und den grünen Taschen habe ich es
geschafft, ein Toxy mit ein wenig Ästhetik mein Eigen zu nennen, weil ich finde,
dass die übrigen Farben in denen die Toxies anboten werden, den Toxies ein
kindisches, verspieltes Aussehen vermitteln.
Die Ortliebs der neuen Generation haben aber auch nicht bessere Farben:
Bauklotzrot, Legogelb und Playmobilblau, wie ich mal scherzhaft bemerken möchte.
Die Erscheinung meines bepackten Reiserades soll aber auch zum Angeben sein.
Quietschgelb sieht auch kein Auto edel aus, es sei denn es ist ein Lamborghini.
Mein Langlieger hat auch schon eine gewisse Anmut ungeachtet der Lackierung,
aber das niedliche Toxy muss sich schon mit etwas heftigeren Mitteln Anerkennung
verschaffen.
 
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Fazit: Wegen des kleinen Hinterrades und
der Tatsache, daß man nicht so weit nach oben tritt, wie bei den meisten
anderen Kurzliegern ist das Toxy LT ein exzellentes Reiserad. |
Die Behebung des zu tiefen Low Riders ist
(hoffentlich) in die Wege geleitet, und von der Reise zurück, im laufe der Zeit,
als ich diesen Bericht vollendete sah ich auf den Internetseiten von Sram, dass
die Schaltwerke, die mit den Triggerschaltern kompatibel sind, jetzt auch mit 2
verschiedenen Käfiglängen erhältlich sind.
Wenn man nicht solche besonderen Ansprüche an die Gangschaltung stellt,
empfiehlt es sich gleich eine großzügige Nabengangschaltung zu wählen. Aber
bedenke: Die Kraft, die mit dem Getriebe verwaltet wird, ist die eigene.
Mit ein wenig Bastelei schaffe ich es vielleicht auch, den jetzigen Low Rider
etwas höher zu montieren.
Die Trinkflaschenhalter werden jetzt serienmäßig "klapperfrei" montiert.
Sonst noch: Aufgepasst mit den Sitzschrauben. Entweder immer wieder nachziehen,
oder aufbohren und Schnellspanner durch - erhältlich beim Hersteller (Vorsicht:
Sonderlängen!). Ich entschied mich für die zweite Lösung.
Axel
R.
Der Bericht zum download (pdf
- Datei)
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