|
Nachtfahrt In der Nacht zu fahren hat einen besonderen Reiz. Die Straßen
sind frei und über der Landschaft liegt eine erholsame Ruhe, denn der Lärm des
geschäftigen Tages hat sich gelegt. Sterne und Mond, sowie Fledermäuse, Eulen,
Katzen und Marder sind die Wegbegleitung. In den Wiesen der Niederungen hört man
hin und wieder die schnarrenden Rufe "Rerp-Rerp" des Wachtelkönigs, den
anhaltenden schnurrenden Gesang des Feldschwirls und das charakteristische "Bick-Biwick"
der Wachteln. In der Nähe der Bauernhöfe vernimmt man das Geschrei der
Schleiereule. Wer das Bellen der Rehe noch nie gehört hat, glaubt an streunende
Hunde. Bei unserem kurz entschlossenen Start war es 22.20 Uhr und wir
fuhren durch die warme Luft in die fortschreitende Dämmerung. Zwischen
Wittenbergen und Kellinghusen konnte ich gerade noch einem Pfahl, der mitten auf
dem Radweg steht, ausweichen und so einen Crash verhindern. In Kellinghusen
suchte eine Ratte nach fressbaren Überresten des Konzertes. Wir fuhren noch zweieinhalb Kilometer an der Westseite des Sees
entlang nach Norden und suchten uns eine kleine, abgelegene Bucht zum Schlafen,
was einen Fuchs neugierig machte. Um ca. 13.00 Uhr packten wir unser Geraffel zusammen und starteten in Richtung Bordesholmer See, den wir auch noch in Augenschein nehmen wollten. Bordesholm war der Scheitelpunkt der Fahrt und wir trödelten durch die heiße Luft Richtung Westen nach Dätgen. Die Orte Loop, Krogaspe, Timmaspe lagen auf unserem Weg durch die Hitze. Wir entschlossen uns, zwischen Timmaspe und Aukrug - Böken den schattigen Weg durch den Wald zu fahren - obwohl wir wussten, das es dort fette Schlammlöcher geben musste. Danach war der Weg über Wiedenborstel durch das Hennstedter Holz, Fitzbek und Störkaten zur Kellinghusener Eisdiele Routine. Jetzt schlug erst die Müdigkeit zu, so das ich erstmal einen halben Liter Eiskaffee hinunterstürzte. Anschließend konnte ich den neuen Fahrrad - Highway zwischen Kellinghusen und Wittenberge bei Tage "erfahren" - auch jetzt war der Poller mitten auf dem Radweg zu spät zu erkennen. Ansonsten fährt man komfortabel über dem Verkehr auf dem Deich entlang. Um 19.30 waren wir dann wieder sonnenverbrannt in Sommerland und konnten gut schlafen. Alles in allem hatten wir eine sehr entspannte und ruhige Tour. |